Die große Frage: warum hört man mir eigentlich zu?


Ist es die verzweifelte Suche nach der magischen Kommunikationsformel für den perfekten Alltag? Oder der Geheimcode für den beruflichen Erfolg? Nun, das war wohl die naive Annahme, bevor ich merkte: Nein, die meisten suchen nicht nach einem Rezeptbuch, sondern nach einer gedanklichen Landkarte – nach neuen Impulsen, frischen Denkansätzen oder einfach einem Wegweiser aus einer schwierigen Situation. Sie wollen nicht wissen, was ich weiß, sondern wie ich denke, welche Erfahrungen ich gemacht habe und oft auch warum ich diesen außergewöhnlichen Pfad gegangen bin, der mich hierher geführt hat.


Die Lektion des Neuwagens: Empathie als Schlüsselkompetenz


Meine berufliche Reise begann dort, wo Emotionen und hohe Investitionen aufeinandertreffen: im Autoverkauf. Ein Neuwagenkauf stellt neben einer Immobilie oft die größte finanzielle Entscheidung im Leben eines Menschen dar. Ich war beeindruckt, mit welcher Komplexität an Emotionen, Bedenken und Ängsten ein solches Verkaufsgespräch behaftet ist.


Hier erkannte ich: Verkaufen ist keine Technik, sondern eine Disziplin, die ein hohes Maß an Empathie, Menschenkenntnis und insbesondere wertschätzender, verständnisvoller Kommunikation erfordert.


Der krumme Weg ist oft der spannendste


Weil ich täglich mit Menschen und ihren emotionalen Turbulenzen zu tun hatte, dachte ich mir: "Was würde ein verantwortungsvoller Autoverkäufer jetzt tun?" Richtig, Sozialwirtschaft studieren. Also habe ich das getan. Schließlich wechselte ich vom Autohaus ins Marketing einer großen Bildungseinrichtung und verkaufte statt Pferdestärken eben Fakultäten und Studiengänge. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter machte ich noch einen kurzen Abstecher in die Forschung, wo ich zum Thema Emotionen im Vertrieb forschte – quasi die Seele des Verkaufs seziert. Dabei erkannte ich auch: Verkauf hat eine Menge Parallelen zu unserer Kommunikation im Alltag.


Wie ich versuche, Vertrieb, Buchhaltung und Einkauf zu versöhnen


In den letzten 15 Jahren als Trainer habe ich unzählige Geschichten gesammelt. Sie sind wie die Puzzleteile menschlicher Logik, die mich nie aufhören zu faszinieren. Dabei habe ich so manche heikle Teamsituation mit dem Fingerspitzengefühl eines Bombenentschärfers entschärft und Führungskräfte in ihren schlaflosen Nächten und Überlegungen unterstützt.


Ich habe Studierenden erklärt, wie man Verhandlungen führt, versucht, Brücken zwischen Einkauf, Buchhaltung und dem Vertrieb zu schlagen, habe Juristinnen und Juristen gezeigt, wie man Sachverhalte so erklärt, dass sie verstanden werden. Ausbilderinnen und Ausbildern habe ich geflüstert, wie die neuen Generationen ticken und welche Kommunikation sie wirklich erreicht. Lehrlingen habe ich geholfen, sich höflicher auszudrücken – ein kleines Wunder manchmal. Und vielfach habe ich Menschen im Kundenservice und Vertriebspersonen gezeigt, wie man höfliche und moderne E-Mails formuliert, die nicht im Spam-Ordner landen.


Am Ende ist es immer die gleiche Erkenntnis: Wir suchen nach Wegen, uns besser zu verstehen und verstanden zu werden. Und vielleicht ist das der philosophischste Akt von allen.


Was ich heute bin: Trainer, Dozent und Seminarunternehmer


Ich stehe als Trainer und Keynote-Speaker auf der Bühne, lehre nebenberuflich an der Fachhochschule Steyr und konzipiere Bildungskonzepte für Konzerne. Und weil ich selbst den steinigen Weg der Selbstständigkeit gegangen bin, unterstütze ich heute Trainer und Jungunternehmer dabei, ihre PS auf die Straße zu bringen.


Vor 10 Jahren habe ich mit meinem Partner Mag. Jürgen Lichtkoppler eine der heute größten Lehrlingsakademien des Landes, www.lehrlingstraining.com gegründet und die Plattform www.firmentrainings.at ins Leben gerufen. Mit unserem Team organisieren und planen wir jährlich viele hunderte Seminare und Workshops in ganz Österreich.


Adrenalin und Stille in meiner Freizeit


Wenn ich nicht gerade die Schwerkraft auf meinem Bike herausfordere oder die Ruhe der Berge (wandernd oder ski fahrend) suche, verwalte ich mein kleines Reich: Haus, Garten, Wald, Garage und kümmere mich um meine vierbeinigen Freunde. Leben ist für mich Bewegung – und Stille.